Panikattacken

Panikattacken 
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durchleben
√ľberstehen

Und pl√∂tzlich ist sie da: eine Panikattacke. Ohne Vorwarnung √ľberrollt sie mich, engt mein Denken ein, tr√§gt meine Freiheit fort. Hier in dieser Minute. Ich f√ľhle mein Herz, welches sein Tempo beschleunigt, sp√ľre die Angst, die sich in mir ausbreitet. Todesangst. Und was wirft uns mehr zur√ľck, l√§sst uns augenblicklich den Atem anhalten, als die Angst um unser Leben?

Inhaltsverzeichnis

√úber Panikattacken und Mut

Vorweg m√∂chte ich festhalten, dass es sich hier um meine eigenen, individuellen Erfahrungen mit Panikattacken handelt. Panikattacken, die mich begleiten, seit ich ein kleines Kind bin, die immer wieder an der T√ľrschwelle stehen und um Eintritt bitten. In manchen Wochen √∂fter, in anderen weniger oft. Es handelt sich um meine Erfahrungen, meine Gef√ľhle,¬†zusammengefasst in Worten und Gedanken.¬†

Und vielleicht geben sie dir einen kleinen Einblick, oder lassen dich verstehen, wie sich Mitmenschen mit Panikattacken f√ľhlen. Bitte sieh‚Äė es aber als keine L√∂sung f√ľr deine Panikattacken an, sondern vielmehr als Aufforderung, deinen Mut an der Hand zu nehmen und mit jemandem √ľber deine Angstmomente, die dir tags√ľber oder nachts deine Energie rauben, zu sprechen.

Welche Arten von Panikattacken gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Panikattacken, die von bestimmten Situationen ausgel√∂st werden ‚Äď und es betrifft viel mehr Menschen, als man im ersten Moment vermuten w√ľrde. So leiden etwa 2 bis 3 Prozent der Bev√∂lkerung¬†an einer Angstst√∂rung, oft gefolgt von Panikattacken. Es hei√üt, die ersten Symptome treten bereits zwischen dem 20. bis 30. Lebensjahr auf und nehmen ab dem 45. Lebensjahr in etwa wieder ab.

Die Betroffenen haben Angst davor, kritisiert zu werden. Meist tritt diese Angst in alltäglichen Situationen ein, wie bei der Arbeit, bei Auftritten oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es fällt dem Betroffenen schwer, sich zu zeigen, zu seiner Meinung zu stehen oder vor vielen Menschen zu sprechen.

Bei spezifischen Phobien spricht man von √Ąngsten, die in Kombination mit einer bestimmten Situation auftreten ‚Äď wie zum Beispiel beim Arzt, oder bei einer Flugreise.

Die betroffene Person hat unerw√ľnschte Gedanken und √Ąngste, welche zur Verzweiflung und auch zu Scham f√ľhren. Oftmals in Verbindung mit Sauberkeit und Ordnung, Sicherheit und Kontrolle, aber auch mit Moral und Sexualit√§t. Eine Zwangsst√∂rung f√ľhrt zu Zwangshandlungen, wie sich dauernd die H√§nde waschen zu m√ľssen.

Bei einer generalisierten Angstst√∂rung f√ľhlen sich die Betroffenen nicht nur in au√üergew√∂hnlichen Belastungsmomenten, sondern auch in allt√§glichen Situationen √ľberfordert. So k√∂nnen bereits Hausarbeiten in den Fokus der Angst r√ľcken und zu Sorgen f√ľhren.

Bei einer posttraumatischen Belastungsst√∂rung ist ein belastendes Ereignis in der Vergangenheit der Ausl√∂ser ‚Äď wie ein Unfall, ein √úberfall oder auch ein Einsatz im Krieg. Diese Angst beeintr√§chtigt das Denken, F√ľhlen und Handeln √ľber einen l√§ngeren Zeitraum, ist jedoch eine normale Reaktion auf ein abnormales Geschehen.

Die Betroffenen sp√ľren intensive, unkontrollierte Angstgef√ľhle, in Kombination mit k√∂rperlichen Symptomen ‚Äď wie Schwindel, Schmerzen in der Brust, Schwitzen oder Atemnot. Hierbei ist es wichtig, diese mit einem Arzt zu besprechen, da Panikst√∂rungen auch das Leben des Betroffenen massiv einschr√§nken k√∂nnen.

Wie kann sich eine Panikattacke anf√ľhlen?

Panikattacken kommen in unterschiedlichsten Formen vor, manchmal nur einen kurzen Moment, einmal durchwirbeln lassen. Und manchmal √ľberrollt sie einem ganz unverhofft und l√§sst auch nicht mehr los. Stunden. Panikattacken sind vielf√§ltig, unterschiedlich und niemals gleich.

Vielleicht versp√ľrst du ‚Ķ

  • ‚Ķ Herzrasen bzw. Herzklopfen
  • ‚Ķ Atemnot bzw. Kurzatmigkeit
  • ‚Ķ Enge in der Brust
  • ‚Ķ Schwindel bzw. Benommenheit
  • ‚Ķ Schluckbeschwerden
  • ‚Ķ H√∂rverlust
  • ‚Ķ Schwitzen
  • ‚Ķ Zittern
  • ‚Ķ Angst, die Kontrolle zu verlieren bzw. Todesangst

Oder aber auch viele weitere Symptome, die alle aus heiterem Himmel auftauchen und dich aus dem Alltag reißen, dir einen Moment die Luft rauben und dir deine ganze Kraft entziehen. Es kann sogar passieren, dass du ohnmächtig wirst.

Ein kurzer Moment,

einmal durchwirbeln lassen.

Wie ich lernte, mit meinen Panikattacken umzugehen.

Ab einer gewissen Anzahl an Panikattacken beginnt man sich mit der Ursache zu besch√§ftigen. Man versucht, Muster zu erkennen, l√§sst sich von √Ąrzten beraten und spricht mit Therapeuten. Und nachts, wenn mich Panikattacken √ľberrollen, versuche ich immer √∂fter, diese Angst zu durchleben, mich bewusst damit auseinanderzusetzen.¬†Der Panik Raum schenken.¬†Nicht mehr reagieren, sondern agieren.¬†

Aber nicht immer funktioniert es, doch es wird immer besser. Selten muss ich noch aufstehen, alle Lichter einschalten und mich vom Schlaf fernhalten. Vom Schlaf, der meine Panikattacken ausl√∂st. Und dem Gedanken dahinter. Und auch wenn ich, seit ich alleine im Haus wohne, √∂fters Panikattacken habe, lernte ich, sie alleine zu bew√§ltigen. Ohne Familie und Freunde, die mich auffingen und hielten. Ich lernte, mutig zu sein, ein bisschen zumindest. Und ich lernte, dass es in Ordnung ist,¬†Momente zu haben, in denen wir uns nicht gut f√ľhlen, in denen wir traurig, √§ngstlich oder hoffnungslos sind.

Die Angst bewusst durchleben ...

Empfohlen wird, die Angst zu durchleben, bewusst hinzusehen. Denn wenn wir lernen, dass die Panikattacken, die uns immer wieder einmal √ľberrollen, nichts anderes sind als k√∂rperlich empfundenes Mitgef√ľhl, l√∂st sie sich auf.

 

  • schlie√üe die Augen
  • konzentriere dich auf deinen Atem
  • sp√ľre die Angst
  • h√∂re in dich hinein
  • lasse die Gef√ľhle zu

Aber auch hier sind es nur

meine Erfahrungswerte.

Gedanken auf Papier.

Und wenn es mal nicht klappt ...

Doch es ist nicht immer so einfach, denn oftmals √ľberrollt einem die Panikattacke in Momenten, in denen man keine Kraft mehr hat, um die Ruhe zu bewahren. Dann helfen mir immer diese Tipps:

  • alle Lichter aufdrehen
  • in einen anderen Raum gehen
  • den Fernseher einschalten, ein Buch zur Hand nehmen
  • einen Hund ins Haus holen, nicht alleine sein
  • einen Tee zubereiten
  • viel Schokolade

Du hast Panikattacken?

Dann starte heute: Sprich mit deinen besten Freunden, deiner Familie, √ľber deine √Ąngste, such dir einen Arzt, der sich auf Panikattacken spezialisiert hat, auch Therapeuten k√∂nnen dir weiterhelfen. Besch√§ftige dich mit deinen √Ąngsten, mit deinem Schmerz. Nur so kannst du freier werden ‚Äď und vielleicht auch anderen helfen, die sich in derselben Lage wie du befinden.

Denn glaube mir: Erst als ich begann, mit Menschen in meinem Umfeld zu sprechen, sah ich, wie viele Freunde und Bekannte sich in derselben Situation wie ich befanden oder bereits positiv damit abschließen konnte. 

Also seit mutig,

nur 20 Sekunden.

Heute. Jetzt.

Fotos: Jasmin

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