[KOLUMNE] Verlust der Sinne

Und alles begann mit 
Corona ...

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen. Die Welt befindet sich im Ausnahmezustand, Menschen fühlen die Sehnsucht – nach Freiheit, nach Nähe und vielmehr nach Gewohntem. Ist es nicht seltsam, wie schnell sich unser Alltag verändert hat? Wie fern wir von unseren Liebsten sind; und ihnen dank sozialer Medien dennoch nah sein können? Und wie uns die kleinen Dinge des Alltags ein Lächeln zaubern können: Sonnenstrahlen, die unser Wohnzimmer durchfluten, der Wind, der sanft unsere Haut berührt oder das Lächeln des Verkäufers, welches sich zwar hinter seiner Maske versteckt, aber dennoch in seinen Augen abzulesen ist. Es ist Dankbarkeit, die uns in diesen Tagen an der Hand nimmt und uns durch den Alltag führt. Sie ist ein Wegbegleiter, welcher uns das Leben im Lockdown ungemein erleichtert. Danke.

Inhaltsverzeichnis

Bereits letztes Jahr im Frühling lag ich tagelang auf dem Sofa und fühlte mich schwach. Ich bekam kaum Luft, hatte Herzrasen, Husten und Schüttelfrost-Anfälle. Damals gab es noch keine Möglichkeit sich testen zu lassen, zu neu war das Virus. Heute, genau ein Jahr danach, weiß ich sofort, dass ich (wieder einmal) Corona habe.

Mit meiner tiefen Entschlossenheit brachte ich sogar den Herrn vom Amt zum Schmunzeln. Ein nettes Gespräch, aufschlussreich und informativ. 14 Minuten, in denen mir ein gänzlich fremder Mensch sein Mitgefühl schenkte, mich zum Lachen brachte und mich einfach nur verstand. Auch hierfür kann man dankbar sein, denn in einer Zeit, in der jeder auf Hochtouren läuft, seinen Grenzen ausgesetzt ist, ist es wahrlich nicht selbstverständlich, sich Zeit zu nehmen. Zeit für Fragen, um zu Lachen und um Wissen auszutauschen. Für ihn ganz normale Minuten während der Arbeitszeit, für mich ein Gespräch, welches mir sicher lange in Erinnerung bleibt.

Corona 2.0

Erneut infiziert. Zufällig entdeckt. So war mein Gang zum Arzt eigentlich wegen einer Nierenbeckenentzündung. Schmerzen, wie ich sie selten erlebt habe. Und nachhause kam ich ohne einen Bluttest, dafür aber mit einem positiven Corona-Bescheid. Toll. So verliefen die ersten Tage mit Schmerztabletten ziemlich okay und dann, drei/vier Tage später ging’s bergauf. Lediglich die Nächte wurden zu Partynächten – ungewollt natürlich. Denn die Panikattacken kamen gerade in dieser Woche wieder mit voller Wucht zurück; als wenn nicht alles bereits genug wäre ;-). Aber ich hatte Kenai, meinen Großen, im Haus. Der musste teilhaben, an ungefähr fünf Harry-Potter-Marathons, drei Tanzeinlagen und mir zehnmal seine Schulter zum anlehnen leihen. Aber er nahm’s gut auf; schließlich gab’s Couchsurfing anstatt -15 Grad draußen. 

Nun saß ich also wieder zuhause, und wartete, bis die Beschwerde vergingen. Neben etwas Fieber (welches aber auch von der Nierenbeckenentzündung kommen konnte), Druck im Brustbereich und Schnupfen war dieses Mal auch mein Geruchs- sowie Geschmackssinn betroffen. Kein Abschmecken beim Kochen, kein frischer Duft in der Dusche, kein  Holzgeruch beim Einheizen. Doch die nimmt man gerne in Kauf, so sind es doch ziemlich milde Nebenwirkungen.

Für mich ist es eine enorm spannende Erfahrung, wie oft wir im Alltag unsere Sinne verwenden – ob beim Kochen, beim Waschen oder beim Genießen. Und noch viel spannender finde ich es, wie lebhaft unsere Erinnerungen an bestimmte Gerüche und Geschmäcker sind. So kann ich mir genau vorstellen, wie das Glas Vanillemilch, der pure Zitronensaft oder die Lasagne schmecken müsste. Laut einem Standard-Artikel kann ein Verlust dieser Sinneseindrücke auch eine Depression verursachen. Vermutlich, auf lange Sicht gesehen. Aktuell ist es für mich in Ordnung, so weiß ich, dass es nur eine Begleiterscheinung der Krankheit ist. Und: Dank präsenter Erinnerungen ist es möglich, sich den genauen Geruch bzw. den exakten Geschmack vorzustellen – und somit hat man dennoch große Freude an einem Krapfen, an Beeren oder anderen kleinen Köstlichkeiten.

Spannend wäre es zu wissen, ob wir diese Erinnerungen im Laufe der Zeit verlieren? Ist es uns gegeben, sich an den Geschmack von Kaffee zu erinnern; nach einem Jahr, oder nach zehn Jahren? Verlieren unsere Rituale, die wir im Laufe unseres Lebens mit bestimmten Lebensmitteln verknüpft haben, an Bedeutung? Und wie würde es sein, wenn wir jeden Tag etwas essen, wovor uns zuvor Ekel durchfuhr? Lernen wir es zu lieben?

Was ich am meisten vermisse?

Den Geruch von Tau am Morgen,

von frischer Bettwäsche und

starkem Kaffee. 

Die perfekte
Kräutermischung

Ich hab in dieser Zeit keine Medikamente genommen, da es mir nicht wirklich schlecht ging – und diese Kräutermischung sollte keinesfalls den Besuch beim Arzt ersetzen. Sie unterstützt nur Lunge & Niere. Und soweit ich mich erinnere, schmeckt sie fürchterlich. Daher umso besser, wenn man sie nun getrost trinken kann, ohne das Gesicht zu verziehen. Also: Lass dir den Tee schmecken, solange er noch geschmacksneutral ist.

Jeweils gleiche Anteile an

  • Thymian
  • Goldrute und
  • Schachtelhalm

vermengen. 1 TL pro Glas wird empfohlen, mit heißem Wasser aufgießen. Kurz ziehen lassen und die Kräuter abseihen. Die restliche Kräutermischung in ein Glas abfüllen, luftdicht verschließen und dunkel lagern.

Wichtig: Pro Tag sollte man nicht mehr wie 3 Tassen Tee trinken!

 

Fotos: Pexels

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